Von Disco-Abenden und Rocknächten bis hin zur ersten Höllenfete

Die ersten Disco-Abende fanden in Usseln 1982 statt, damals allerdings noch unter der Regie des Ski-Clubs. Diese Veranstaltungen waren für die Gäste gedacht. So wurde hierbei auch eine Miss Upland gewählt. Nach der Schließung des Jugendraumes 1983 kamen die Usselner Jungs auf die Idee, die Karnevalsveranstaltung in den Kursaal zu verlegen, wo sich allerdings nur 75 Teilnehmer einfanden. Aus diesem Anlass gründete man das „Usselner Discoteam“ für die nächsten Veranstaltungen.

Das "Discoteam" freute sich beim nächsten Disco-Abend über fast 300 Besucher. Von den Einnahmen machten die Burschen eine Fahrt nach Titmaringhausen und feierten dort ein 3-tägiges rauschendes Fest. Dabei gaben sie etwa 6x so viel Geld aus, wie in der Vereinskasse war. Durch Erhebung von Mitgliedsbeiträgen und das Ausrichten weiterer Veranstaltungen hoffte man, das „klaffende Haushaltsloch“ wieder zu schließen, was auch bis zum Jahresende annährend geschafft wurde.  

Noch im selben Jahr (1985) wurde der Usselner Burschenclub wieder zurück ins Leben gerufen. Das ortsansässige Discoteam löste sich praktisch von selbst auf und ging nahtlos in den Burschenclub über, da fast alle Mitglieder des Discoteams sofort und einige dann später in den Buschenclub eintraten.

Die erste Rocknacht des Burschenclubs fand im Winter 1985 statt. Hierfür wurde ein Festausschuss gewählt. Diesem gehörten bei: Friedrich Engelbracht, Ralf Heine, Willi Wilke, Jörg Birkenhauer und Claus Engelbracht. Da die Usselner Schützenhalle im Sommer 1986 renoviert werden sollte, entschloss man sich kurz und bündig, noch einmal eine solch gelungene Rocknacht durchzuführen. Diese fand im Mai 1985 statt und wurde ein Riesenerfolg mit ca. 600 anwesenden Gästen.

Doch konnte da noch niemand ahnen, dass diese Rocknacht die vorerst letzte in Usseln gewesen sein sollte. Der Umbau der Schützenhalle ging zwar planmäßig voran und die nächste Rocknacht des BC hätte auch im Dezember wieder statt finden können, doch wurde diese nicht genehmigt. Auf der Generalversammlung Anfang 1987 bat man den damaligen Ortsvorsteher (Horst König) und den Ortsbeirat um Mithilfe, um eine neue Möglichkeit zur Durchführung einer Rocknacht zu finden. Diese willigten ein, doch auch 1987 konnte leider keine Rocknacht in Usseln durchgeführt werden. Es gab fadenscheinige Argumente wie: “Die Veranstaltung passe nicht zum Niveau der neuen Halle“.

Man war sich einig, dass der Burschenclub nur als Haufen halbwüchsiger Saufköpfe in der Öffentlichkeit dargestellt wurde. Doch gerade dieser Verein tut mit am meisten für den Ort. In Willingen oder Usseln gab es zu der Zeit keinen Aufenthaltsort, wo sich die damalige Jugend treffen konnte, nur Kneipen und teure Discos. Konsequenz des Ausfalls der Disco–Abende und der Rocknächte war, dass die Burschen noch tiefer ins Portmanie greifen mussten, da der Beitrag nochmals erhöht werden sollte.

Die Liegehalle, wo man auch ohne weiteres eine Rocknacht hätte veranstalten können, wurde nur noch für Beerdigungen und Altennachmittage genutzt. Der Grundsatz der Halle war: „Das Niveau der Halle muss zum Niveau der Feier passen“. Nachdem in Zukunft nicht mehr mit Rocknächten in Usseln zu rechnen war, war der Vorstand des Burschenclubs gezwungen, neue Perspektiven zu schaffen, was sich allerdings am Anfang als recht schwierig herausstellte.

Doch kam man auf den Gedanken, unter der Schützenhalle (in der Hölle), eine Fete mit geladenen Gästen zu veranstalten. Der Schützenverein hatte keine Einwände. Man verteilte Einladungen und jedes Mitglied sollte die Einladung an einen Bekannten oder Freund weitergeben. Dadurch sollte erreicht werden das die Besucherzahl auf 100 beschränkt blieb und die Besucher bekannt wären.

Am 23.April 1987 war es dann soweit, die Burschen nannten das neue Fest „Höllenfete“. Der Eintrittspreis lag bei 10,- DM, jedoch waren die Getränke frei. (Also saufen bis zum Exzess, Zitat von Vereinswirt Karl-Heiz Jäger). Gute und lustige Stimmung sorgten dafür, dass die erste Höllenfete bis um 2.00 Uhr nachts ging. Doch ein Bursche vertrug das Trinken anscheinend noch nicht so ganz und musste zwischenzeitlich nach Korbach ins Krankenhaus eingeliefert werden.

Noch im Oktober des gleichen Jahres veranstaltete der Burschenclub Usseln seine zweite Höllenfete. Es wurde beschlossen, die Getränke selbst zu verkaufen um einen höheren Gewinn zu erzielen. Hierzu kamen ca. 200 Leute, darunter befreundete Burschenclubs aus Rhenegge und Adorf. Durch den großen finanziellen Erfolg, der schließlich immer erhöht werden sollte, entschloss sich der BC die Hölle auf Kosten des Schützenvereins zu renovieren, um Sie für alle noch viel attraktiver zu gestalten.

Dieses geschah dann auch im Jahr 1988 und die „Höllenfete“ wurde immer bekannter und sie wird bis heute zwei mal im Jahr veranstaltet und zählt zu den größten Einnahmequellen des Burschenclubs im Jahr.