Die Tradition des Maibaumfestes

Aufstellen des Maibaums
Maibaum mit Vereinswappen

Der zweite Höhepunkt im Jahr nach der Höllenfete ist das Aufstellen des Maibaums in der Ortsmitte von Usseln. Die Idee des Aufstellens kam zum ersten mal 1987, als sich der Gesangverein Usseln in St. Veith im Pongau auf einem Ausflug befand. Die Usselner Burschen waren begeistert vom Aufstellen des Maibaums und der Atmosphäre beim Volksfest. So kam man schnell auf die Idee, dieses im nächsten Jahr in Usseln auszuprobieren. Doch schnell stellte sich bei der nächsten Vorstandssitzung heraus, dass es sich hierbei wohl um eine katholische Sitte handle und diese Veranstaltung in Usseln zu keinem traditionellen Ursprung zurück zu führen sei. Somit war die Angelegenheit erst einmal vom Tisch.

Doch am 16. April 1988 kam ein Anruf von Stefan Herber bei einem Vorstandsmitglied. Dieser schlug vor, in Usseln einen Maibaum vor der alten Post zu seinem Fest „Tanz in den Mai“ aufzustellen, um dem Fest einen würdigen Rahmen zu geben. Wenn nicht, wäre die Feuerwehr bereit, diesen Baum aufzustellen. Auf dem nächsten Stammtisch herrschte Begeisterung. Man wollte es sich natürlich nicht nehmen lassen, den Maibaum aufzustellen, so hätte man ja ein weiteres Fest im Ort, wo es natürlich nicht nur etwas zu Essen geben würde. Es wurde möglich, auch in Usseln konnte ein Maibaum aufgestellt werden.

Da alles sehr kurzfristig war, musste man die Planungen schnell voran treiben und so wurde der Baum damals am 29. April ausgesucht und gefällt. Walter Maier (Knochen) erklärte sich bereit, eine geeignete Stelle ausfindig zu machen, um in Vertragsverhandlungen mit dem Förster gehen zu können. So trafen sich dann am 29. April die Burschen zum schlagen des Maibaums. Der Baum stand auf der Egge (heute Ferienpark, über dem Fewo–Hotel) und war ca. 15 – 20 Meter hoch.
Der Baum wurde abgesägt und entästet. Nun wurde der Baum auf den „Ast“ (die Schultern) genommen und aus dem Wald getragen. Das Tagesziel war eigentlich hiermit schon erreicht, doch nach einer Stärkung sollte es weiter gehen. Friedrich Wilke erklärte sich dazu bereit, einen Trecker zu holen, um den Baum ins Dorf zu transportieren.

Die Minuten vergingen, fast eine Stunde, doch von unserem Frieder keine Spur. Also dachte man sich, den Baum noch einmal auf die Schultern zu nehmen und wenigstens bis zum Weg zu tragen. Nach den Schwierigkeiten, den Baum auf die Schultern zu bekommen, wurden erste Rufe laut, den Baum doch bis ins Dorf zu tragen. Alles Spinnerei und schlaue Sprüche - oder etwa nicht?  Frieder Wilke erschien nun endlich, aber wo hatte er den Traktor gelassen? Was nun? Man war schon fast am Ferienpark angelangt. Den schweren Baum nun doch ins Dorf tragen oder beim Ferienpark liegen lassen? Dort konnte man ihn aber nicht liegen lassen und die Burschen wurden gezwungen den Baum noch einmal aufzusatteln und die nächste Etappe ins Auge zu fassen.

Am Fewo–Hotel vorbei bis runter zu Schillings war die nächste Etappe. Dort wurde sich erst einmal kräftig mit einem Schnäpschen gestärkt. (Ob es nun wirklich nur ein Schnäpschen war, das sei mal so dahingestellt). Nun ging es weiter und um 21 Uhr war man endlich am Ziel, hatte man doch schon am späten Nachmittag mit den ersten Arbeiten begonnen. Die 15 Burschen legten den Baum bei Schumanns in den Garten.

Stolz wurde der Maibaum Stefan Herber präsentiert, welcher die Burschen spontan zum Freibier einlud. Die nach einiger Zeit übrig gebliebenen 10 Burschen mussten leider bald erkennen, dass hier beim gemütlichen Bier niemand alt werden konnte. Also beschloss man kurzerhand, das „Kampftrinken“ anzufangen. Da wurde so manches Lied gesungen, so mancher Witz gerissen und sogar die heilige Messe auf dem Tisch zelebriert, und das bis in die frühen Morgenstunden.

Das war also der Maibaum 1988 und 1990. Daher kommen die Traditionen wie das Schlagen, das Entästen, das Schälen und das Tragen des Baumes auf den Schultern die Sportstraße hinunter bis nach Schumanns. Nicht zu vergessen, dass anschließend immer gern gesehene. fröhliche Beisammensein in einigen Usselner Kneipen, wo man sich erst einmal kräftig stärkt (natürlich mit einem kleinen Schnitzel und nicht nur mit einem Pils). Die Krönung ist die Aufstellung des Baumes selbst.

Fazit: Ein Fest mit einem schönen Rahmenprogramm für die Besucher (wie z.B. dem Holzsägewettbewerb) und zünftige Blasmusik für die Freunde der Volksmusik, wie auch die bis heute aufrecht erhaltenen Traditionen, die bereits oben genannt wurden.